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Markt & Management

Agrochemie: Wie Logistik echten Mehrwert in der Supply Chain schafft

Autor: Svenja Meurer

Transport Related Warehousing übernimmt End-to-End-Service für Gefahrgüter

Um die Erträge der Landwirtschaft zu steigern und vor Schädlingen zu schützen, kommen Agrochemikalien zum Einsatz – von Saatgut über Düngemittel bis hin zu Pflanzenschutzmitteln. Demnach spielen sie eine wichtige Rolle bei der globalen Lebensmittelproduktion. Da es sich bei agrochemischen Produkten jedoch meist um Gefahrgüter bzw. -stoffe handelt, ist die Logistik hinter Transport und Lagerhaltung besonders komplex. Kunden von Transport Related Warehousing profitieren von einer Kombination beider Bereiche und zahlreichen Value-Added Services, die auf die spezifischen Anforderungen von Branche und Erzeugnissen eingeht.

In der modernen Landwirtschaft kommt es in großem Umfang zum Einsatz von Produkten aus dem agrochemischen Sektor. Die Ziele: Den Ernteertrag steigern, das Pflanzenwachstum fördern und die Pflanzen vor Schädlingen schützen. Der Handel boomt entsprechend. Ein Beispiel ist die Ausfuhr von Saatgut: Laut BLE-Report wurden im Zeitraum 2019 bis 2020 knapp 330 Millionen Kilogramm Saatgut aus Deutschland in EU- und Drittländer exportiert.

Agrochemikalien sind meist Gefahrgüter

In diesem von extrem hohem Kostendruck und geringen Margen geprägten Umfeld kommt der Logistik als Wettbewerbsfaktor eine hohe Bedeutung zu. Saisonale Nachfrageschwankungen und zunehmende Lieferfrequenzen und mitunter die Verderblichkeit der Waren sind nur einige Herausforderungen der Branche. Zusätzlich gilt es, die produktspezifischen Anforderungen bei Transport und Lagerung zu beachten. Diese werden anhand der folgenden Beispiele deutlich: Pflanzenschutzmittel und geätztes Saatgut sind Gefahrgüter. Daher erfordern sie eine Genehmigung für den Transport gefährlicher Güter sowie eine spezielle Zone und Ausrüstung des Lagers. Düngemittel können ebenfalls zu Gefahrgütern gehören. Aufgrund ihres unangenehmen Geruchs ist oftmals ein separater Lagerbereich notwendig. Es kann jedoch passieren, dass nicht jeder Spediteur und jedes Lager bereit sind, Düngemittel zu befördern bzw. einzulagern.

 

TRW: Transport und Lagerhaltung aus einer Hand

Angesichts der starken Saisonalität in der Landwirtschaft und im Agrarsektor gilt es, neben dem Material auch Transporte und Personal flexibel zu koordinieren. Gerade für kleinere und mittelständische Betriebe, die eher im Stückgutbereich als in großen Mengen handeln, wird der Weg zum Endkunden auf diese Weise immer kosten- und arbeitsintensiver. Um diese Anforderungen effizient zu erfüllen, bedarf es erfahrener Logistikpartner. Diese übernehmen neben der kompletten Supply Chain von der Lager- bis zur Transportlogistik alle wichtigen Einzelschritte für landwirtschaftliche Betriebe oder die Agrarindustrie.

Hier empfiehlt sich insbesondere ein Logistikdienstleister mit flexiblen Kapazitäten, der die beiden Bereiche Lager- und Transportlogistik miteinander verknüpft. Transport Related Warehousing (TRW) bietet die nahtlose Verzahnung von Straßentransporten mit Warenumschlag und Zwischenlagerung. Es handelt sich um Transportstandorte, die sich in puncto Fläche und Palettenstellplätzen eher im kleinen Bereich bewegen und eine hohe Prozessstandardisierung aufweisen. Ein Beispiel dafür ist das Sammeln mehrerer Teilsendungen eines Kunden über einen gewissen Zeitraum und der anschließende, konsolidierte Weitertransport. Für die Kunden bietet die Lösung den Vorteil, dass er sich nicht um die Koordination von Lieferungen aus verschiedenen Standorten und die Zustellung kümmern muss. Stattdessen kann er sich darauf konzentrieren, sein Geschäft und die Produktion weiterzuentwickeln.

„Wir bieten Transport Related Warehousing als End-to-End-Service für den Transport und die Lagerung unserer Kunden aus dem agrochemischen Sektor an. So unterstützen wir sie über die gesamte Lieferkette, vom Lieferanten bis zum Ziel.“

Agrarlogistik unterliegt besonderen Sicherheitsregeln

Ein erfahrener Logistikdienstleister verfügt über alle wichtigen Zertifizierungen und Standards für die Lagerung und den Umschlag von Agrarprodukten. Dazu zählen ISO 9001 für das Qualitätsmanagement und GMP+ (Good Manufacturing Practice). Die während des Transports zuständigen Mitarbeiter und die im Lager orientieren sich stets an den Kundenanforderungen und der Beschaffenheit der Güter.

Neben der fachgerechten Lagerung und dem Umschlag der Produkte übernimmt der TRW-Dienstleister auch die Organisation von Vor- und Nachlauftransporten von Agrochemikalien. Diese unterliegen dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR). Spediteure müssen sich an besondere Vorschriften hinsichtlich Verpackung, Ladungssicherung und Kennzeichnung von Gefahrgut halten. Die obligatorische ADR-Grundausrüstung besteht u.a. aus Schutzoveralls, Atemschutzmasken sowie staub- und spritzdichten Vollsicht-Schutzbrillen.

Außerdem verlangen die Kunden häufig, dass der Spediteur und das Lager über ein SQAS-Zertifikat (Safety & Quality Assessment for Sustainability) verfügen. Die Norm des Europäischen Chemischen Industrieverbands dient der Bewertung der Qualität, Sicherheit und Umweltverträglichkeit bei Logistikanbietern. Zum Sicherheitskonzept gehört zudem die Einhaltung aller Vorschriften für die Beförderung und Lagerung von ADR-Gütern. Auch die ADR-Genehmigung für die Lagermitarbeiter muss regelmäßig aktualisiert werden.

Fachgerechte Lagerung von agrochemischen Gütern

Im Hinblick auf Agrarprodukte ist insbesondere die fachgerechte Lagerung in geeigneten Hallen oder Siloanlagen relevant. Neben automatisierten Kleinteilelagern sorgen Blocklager, Hochregallager und Paternosteraufzüge für den schnellen Warendurchsatz. Bei Bedarf können für Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel Gefahrgutlager genutzt werden. Das Lager muss über alle notwendigen Voraussetzungen für die Lagerung von Agrochemikalien verfügen, zum Beispiel ein Be- und Entlüftungssystem und eine Erkennungssystem für Gas, Rauch und Dampf. Auch chemisch resistente und antistatische Böden, eine autonome Wasser- und Stromversorgung sowie automatische Feuerlöschsysteme sind fester Bestandteil der Infrastruktur. Die kontinuierliche Temperatur und Feuchtigkeit der Räume garantieren eine gleichbleibende Qualität der Waren, auch für lange Lagerzeiträume.

 

Logistikdienstleister übernimmt Value-Added Services

Transport Related Warehousing sieht jedoch nicht nur die Zwischenlagerung von Paletten vor. Die Lösung bietet auch Potenzial für diverse Value-Added Services. Diese reichen klassischerweise vom Anbringen von Folien über das Etikettieren bis hin zur Wiederverpackung der Ware. Auch die Konsolidierung von Artikeln zu Sets, das sogenannte Kitting, und die Abwicklung von Zollformalitäten können Bestandteil der Dienste sein. Durch die spezifischen Anforderungen kommen bei der Zwischenlagerung von agrochemischen Produkten jedoch noch zahlreiche Services hinzu. Dazu gehören unter anderem die Temperaturkontrolle im Lager, der Schutz vor Sonnenlicht und die Trocknung der Ware. Bei Saatgut besteht zudem das Risiko, dass sich Insekten darin ansiedeln. In diesem Fall wird eine Begasung erforderlich – entweder im Inneren des Lagers oder in einem separaten Container. Für Pflanzenschutzmittel kann eine spezielle Entsorgung gebrauchter Behälter erforderlich sein. Das sind nur einige Beispiele, wie Logistik – insbesondere für Agrochemikalien wie Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel – einen echten Mehrwert in der Supply Chain schafft.

 

Sie sind an weiteren Informationen interessiert?

Mehr über die verschiedenen Value-Added Services von Transport Related Warehousing für den agrochemischen Sektor erfahren Sie in unserer Checkliste.

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Auf unserer Website erhalten Sie einen Überblick über Rhenus Road Freight Services.

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