Zu Gast bei den Eidgenossen

Klare Gebirgsseen, spektakuläre Alpenkulissen und Skigebiete, die zu den schönsten der Welt gehören. Die Schweiz zählt zwar zu den geografisch kleineren Ländern Europas, hat in vielen Bereichen aber Großes zu bieten. Sie ist eine der produktivsten Volkswirtschaften, verfügt über gut ausgebildete Fachkräfte, starke Technologien und ein bedeutendes Bank- und Finanzwesen. Doch was macht das Land sonst noch aus?

„Berge, Seen, Qualität, Präzision, Pünktlichkeit, Forschung, Schokolade und Käse“ lauten die Standardklischees zur Schweiz. Fasziniert blickt der Betrachter von außen aber auf viele weitere Eigenheiten, die den Charme der Schweizerischen Eidgenossenschaft ausmachen, etwa die etwas penible Liebe zur Ordnung. In der Schweiz werden Papier und Karton nicht achtlos in Container geworfen, sondern sorgfältig gebündelt und zu Päckchen geschnürt. Ebenso typisch ist der Hang zur Neutralität, dem unsere Kolleg*innen bei der Recherche dieses Artikels einmal mehr gerecht werden. Auf unsere Frage nach Events und Abendprogrammen heißt es etwa: „Jeder Kanton hat andere. Es wäre nicht angemessen, einzelne Kantone zu bevorzugen.“

Apropos Kantone: Die Schweiz umfasst deren 26. Hauptstadt ist nicht eine Wirtschaftsmetropole wie Zürich, Basel oder das international bekannte Genf, wie sich vermuten ließe, sondern die Stadt Bern. Doch auch das mit der Hauptstadt ist eine Sache für sich. Genau genommen ist sie nicht Haupt-, sondern Bundesstadt, 1848 vom National- (Volksvertreter) und Ständerat (Kantonsvertreter) gewählt. Das ist ein Kompromiss auf die Frage, ob das Land überhaupt eine Hauptstadt haben sollte. Bevor es 1848 zur Gründung des modernen Staates kam, bestand die Schweiz aus einem lockeren Bündnis unabhängiger Kantone.

Europameister der Volksabstimmungen

Vier Kantone sind heute offiziell mehrsprachig – denn auch das ist typisch Schweiz. Neben den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Romanisch gibt es noch rund 30 Dialekte sowie Sprachen, die durch Einwanderung ins Land gekommen sind. Dies verwundert nicht, denn der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund lag im Jahr 2020 bei rund 38 Prozent der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren. So ist in den letzten Jahrzehnten der Anteil des Französischen und der Nichtlandessprachen gestiegen, während Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch zurückgingen.

Einzigartig für das Land, in dem rund 8,6 Millionen Menschen leben, ist überdies sein ausgeprägter Föderalismus. Dieser zeigt sich sowohl in der starken Autonomie der Kantone und Gemeinden als auch in der direkten Beteiligung an der politischen Entscheidungsfindung. So ist die Schweiz bekannt für ihre Vielzahl an Volksabstimmungen, in denen die Stimmberechtigten regelmäßig befragt werden: von der Pflege- über die Justizinitiative, Ehe für alle und Tierversuchsverboten bis hin zur Medienförderung. Und auch kuriose Abstimmungen wie etwa die Hornkuh-Initiative werden als ein Funktionieren der direkten Demokratie gewürdigt. Für viele Nichtschweizer*innen ein Kuriosum: das Nein zu einer zusätzlichen Woche Ferien, die 2012 66,5 Prozent der Stimmenden ablehnten. Der letzte politische Entscheid ist in jedem Fall der Mehrheit der Stimmenden vorbehalten. So ist nicht etwa der jährlich wechselnde Bundespräsident der protokollarisch höchste Schweizer, sondern der oder die Präsident*in des Nationalrats.

Übrigens: Bei unterschiedlichen Wahl- und Abstimmungsergebnissen der Regionen wird seit den 1970er Jahren gern vom Röstigraben gesprochen. Einem tatsächlich existierenden Tal, das die Sprachgrenze zwischen dem deutschsprachigen und französischsprachigen Teil der Schweiz bildet. Doch auch hier nehmen es einige Schweizer*innen ganz genau. So dürfe es den Röstigraben eigentlich gar nicht geben, meinen sie, da doch dies- und jenseits des Grabens gern und regelmäßig Schweizer Rösti auf den Tisch komme.

Raus in die Natur: die Top-3-Ausflugsziele unserer Schweizer Kolleg*innen

Sie sind in der Schweiz unterwegs und suchen eine Auszeit vom Alltag? Dann sind Sie hier genau richtig. Unter den vielen Ausflugsmöglichkeiten haben uns unsere Schweizer Kolleg*innen ihre Top-3-Ziele verraten.

Platz 1: Matterhorn

Majestätisch erhebt sich der dreieckige Felszahn aus dem Panorama der Walliser Alpen zwischen dem Schweizer Zermatt und dem italienischen Breuil-Cervinia. Das 4.478 Meter hohe Matterhorn, einer der höchsten Berge der Alpen, zieht jedes Jahr mehrere Tausend Bergsteiger an. Die Nord-, Ost- und Westwand liegen auf schweizerischem Gebiet. Die Erstbesteigung gelang dem Briten Edward Whymper 1865 nach mehreren erfolglosen Versuchen. Einer der beliebtesten Aufstiege ist der Hörnligrat. Übrigens: Das Matterhorn hat keine Seilbahn, hier ist nach wie vor die eigene Muskelkraft gefragt.

Platz 2: Rheinfall bei Schaffhausen

Es donnert und tost, wenn sich die gewaltigen Wassermassen über eine Breite von 150 Metern die Felsen hinab schieben. Bis zu 600.000 Liter Wasser pro Sekunde stürzen die 23 Meter des 15.000 Jahre alten Falls hinab. Der Rheinfall von Schaffhausen, nahe der deutschen Grenze, im Norden der Schweiz, ist ein wahres Naturschauspiel. Auf verschiedenen Schifffahrten kann der Rhein überquert, ein begehbarer Fels erreicht oder eine Rundfahrt unternommen werden. Vom Schloss Laufen führt zudem ein Fußweg zur Plattform Fischetz. Die Nostalgiebahn Rhyfall-Express fährt Sie von der Schaffhausener Altstadt, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte mit zahlreichen Erkern, direkt zum Rheinfall. Auch Radfahren, Wandern und Bootfahren kann man in der Umgebung sehr gut. Jeweils am 31. Juli erstrahlt der Rheinfall in den bunten Lichtern eines kostenlosen Feuerwerks.

Platz 3: Vierwaldstättersee

In der Schweiz befinden sich rund 1.500 Seen und Flussläufe. Viele Schweizer Seen, so auch der Vierwaldstättersee, bildeten sich während der letzten Eiszeit aus Gletschern. Abwechslungsreich macht den viertgrößten See der Schweiz sein an Fjorde erinnernder, zerklüfteter Uferbereich. Der See hat Trinkwasserqualität und erreicht im Sommer eine angenehme Badetemperatur von 22 Grad. Das kühle Nass kann dann beispielsweise im Strandbad Lido, dem Seebad Luzern oder der Ufschötti genossen werden. Erkunden lässt sich der See aber auch auf dem Trockenen – auf einem der historischen Schaufelraddampfer oder Salon-Motorschiffe. Umgeben von den Bergen der Voralpen ist Urlaubsfeeling garantiert.

Schweizer Nationalsport hautnah erleben

Wem das zu ruhig ist, dem legen wir das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) ans Herz. 2022 ist es wieder so weit, denn das Fest findet nur alle drei Jahre statt, an wechselnden Orten; dieses Jahr vom 26. bis 28. August 2022 in Pratteln bei Basel. „Gemeinsam mit Schwung und Herz“, lautet das Motto des größten Sport- und Kulturereignisses der Schweiz. Wettkämpfe finden in Schweizer Traditionssportarten statt: Hornussen, Steinstoßen und natürlich Schwingen.

Während beim Hornussen eine Kunststoffscheibe möglichst weit geschlagen werden muss, ist das Schwingen eine Variante des Freistilringens. Beim Steinstoßen werden – wie der Name schon sagt – Steine gestoßen. Das ESAF ist bei den Eidgenossen so beliebt, dass es jüngst mit einem eigens gestalteten „Trämmli“ geehrt wurde: Seit November 2021 ist das Tram „Schwingerkönig“ als Hommage ans Älplerfest unterwegs – eine Ehre, die sonst nur echten Legenden wie Tennis-Ass Roger Federer zuteil wird.

Perfekte Welle vor idyllischer Bergkulisse

Sportlich geht es auch im Wavegarden Alaïa Bay zu. Die im Frühjahr 2021 eröffnete Surfanlage in Sitten, im Kanton Wallis, produziert bis zu 1.000 künstliche Wellen pro Stunde. Größe, Form, Kraft und Frequenz der Wellen können per Knopfdruck gesteuert werden, sodass Anfänger und erfahrene Surfer gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Eine Surfschule bietet zudem Kurse an. Rund 80 Surfer*innen können im Wavegarden gleichzeitig die perfekte Welle reiten.

 

En Guete mitenand – kulinarische Leckerbissen

Die Schweiz ist ein kostspieliges Pflaster, zumindest für alle Nichtschweizer*innen. Diese Auswahl an nationalen Gaumenfreuden sollten sich die Besucher trotzdem gönnen.

Cailler, Frey, Toblerone, Lindt und viele mehr: Die beste Schokolade kommt – natürlich – aus der Schweiz. Schweizer Schokolade steht für einen zarten Schmelz von Milch-, Creme- sowie aromatischen Kakaonoten. Ein handgepäcktaugliches Mitbringsel ist ein Schweizer Taschenmesser aus Schokolade.

Das süße Gebäck ist etwas kleiner als ein französischer Macaron, schmeckt aber ebenso luftig: Chocolat Absolu, Champagner Rosé, Caramel Fleur de Sel oder Himbeer Deluxe. Vorsicht: Luxemburgerli machen einfach süchtig!

Wozu Cola? Schweizer*innen trinken Rivella! Zugegeben: Der Geschmack des Erfrischungsgetränks mit Milchserum ist für die meisten Nichtschweizer*innen wohl vor allem eines – speziell. Für die Schweizer hingegen manifestiert sich darin angeblich der Geschmack der Berge. Die Kräuterlimonade im Fläschli gibt es in rot, refresh, blau, Grüntee und Grapefruit.

Die lebkuchenartige Spezialität aus Basel, entstanden im 17. Jahrhundert, darf man nicht nur an Weihnachten naschen. Die in Rechtecke geschnittenen Läckerli bestehen unter anderem aus Mehl, Honig, kandierten Früchten, Gewürzen und Nüssen sowie einer Zuckerglasur. Zu kaufen gibt es sie beispielsweise in der Manufaktur oder dem Online-Shop von Jakob’s Basler Leckerly.

Ein Klassiker der Schweizer Küche ist das Fondue. Sind Sie bei Schweizer*innen zu Gast, freuen Sie sich darauf, dass Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einmal in den Genuss des zartschmelzenden Käsevergnügens kommen werden. Ob Vacherin, Greyerzer, Appenzeller, Tilsiter, Raclettekäse – der Vielfalt regionaler Zubereitungen sind wenig Grenzen gesetzt.

Ein Schweizer hat auch die Frühstückskultur geprägt. Das ursprüngliche Birchermüsli stammt vom Aargauer Arzt Maximilian Osker Bircher-Benner. Sein Anliegen: eine Vollwertdiät mit frischem Obst. Im Originalrezept wurden Haferflocken in Wasser eingeweicht und mit Zitronensaft, Kondensmilch, geriebenen Äpfeln sowie Haselnüssen oder Mandeln vermengt.

Reinhören und mittanzen: Musigg i dä Schwiiz

Hätten Sie es gedacht? Mit über 15 Millionen verkauften Tonträgern ist er der erfolgreichste Schweizer Musikexport: Geboren im Kanton Aargau, eroberte René Baumann alias DJ Bobo in den 1990er Jahren mit seinem Eurodance die Bühnen der Welt. Belächelt und gleichzeitig gefeiert, trat er sogar mit Michael Jackson auf dessen History-Tour im Vorprogramm auf. Sie haben Lust auf mehr Schweizer Musik? Dann hören Sie rein in unsere Playlist.

Bahn frei: Wo die Schiene den Takt vorgibt

Güter gehören auf die Schiene, meinen die Schweizer*innen. Nicht ohne Neid blicken viele Länder auf das Schweizer Eisenbahnnetz, gehört es doch zu den dichtesten der Welt. Der Anteil der Transportleistungen im Schienengüterverkehr lag 2020 bei 37 Prozent. Für die europäischen Nord-Süd-Verkehre hat die Schweiz als Transitland eine große Bedeutung. Grund für das starke Schienennetz sind nicht zuletzt hohe Investitionen in die Infrastruktur. Laut Statista gab das Land im vergangenen Jahr 440 Euro pro Einwohner*in für die Schieneninfrastruktur aus; das ist Platz zwei im europäischen Vergleich hinter Luxemburg.

Besonderes Gewicht haben die alpenquerenden Verkehre. Der im Sommer 2016 eröffnete Gotthard-Basistunnel ist mit 57 Kilometern der derzeit längste Eisenbahntunnel der Welt. Er durchquert die zentralen Schweizer Alpen in Nord-Süd-Richtung. Rund 260 Güter- und 65 Personenzüge können das Gotthard-Massiv täglich passieren.

Auch Logistik und Supply-Chain-Management haben eine große und weiter zunehmende Bedeutung. Die Dynamik und Relevanz des Logistikmarktes ist neben der ansteigenden Arbeitsteiligkeit und globalisierten Märkten dem zunehmenden Abbau von Handelshemmnissen zu verdanken. Aufgrund ihrer besonderen geografischen Lage im Zentrum Europas und der starken Außenhandelsorientierung der Schweiz kommt der Region Basel, als Tor zur Schweiz für den Außenhandel, eine zentrale Bedeutung zu.

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