Der sichere Umgang mit wertvollen und empfindlichen Gütern bei internationalen Sendungen. Beispiel Südafrika: wie man das Risiko in der Lieferkette minimiert.

Mit der steigenden Kriminalitätsrate in etlichen Ländern müssen Logistikdienstleister und Kurierdienste immer mehr in Maßnahmen investieren, um ihre Mitarbeiter und die sensible Fracht ihrer Kunden zu schützen. Denn kriminelle Banden haben es auf High-Value-Güter wie elektronische Geräte oder Pharmaprodukte abgesehen. Am Beispiel Südafrika werden die Herausforderungen der Branche deutlich.

In den vergangenen Jahren ist E-Commerce sowohl für B2C- als auch für B2B-Unternehmen zu einem unverzichtbaren Bestandteil des globalen Handels geworden. Statista schätzt die Zahl der Online-Shopper im Jahr 2021 auf 2,14 Milliarden. Im Jahr 2020 ist das Bedürfnis der Kunden, online Güter einzukaufen, nochmals um ein Vielfaches gestiegen – vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden starken Nachfrage nach kontaktlosem Shopping.

Mit der Zunahme des Online-Shoppings steigen die Bedrohungen für die Lieferdienste. Kriminelle haben es auf internationale und nationale Werttransporte abgesehen. Die massive Nachfrage nach Smartphones weltweit hat zu einem boomenden Schwarzmarkt für gestohlene Mobilgeräte geführt.

Beispiel Südafrika: Werttransporte in Gefahr

Insbesondere die Logistikexperten in Südafrika haben mit Überfällen auf Transporte zu kämpfen. Verstärkte Aktivitäten von organisierten Syndikaten, aber auch opportunistische Vorfälle sind Realität. Laut Statista kam es zwischen April 2019 und März 2020 zu 1.202 Lkw-Entführungen in Südafrika. Einige dieser Raubüberfälle werden mit militärischer Präzision ausgeführt.

„Die Kriminellen sind dreister geworden. Die Branche erlebt inszenierte Raubüberfälle, bei denen es Gruppen von bis zu 25 Angreifern auf ein Lieferfahrzeug abgesehen haben.“
Martin Taylor | Risk Manager bei Rhenus Logistics South Africa

Sicherheit im Transport: Was kann der Logistikdienstleister tun?

Diebstahl führt zu Umsatzeinbußen, kann aber auch den Ruf des Importeurs schädigen. Deshalb suchen Logistikdienstleister ständig nach Möglichkeiten, die Bedrohungen zu minimieren sowie die Integrität der Sendungen der Kunden zu gewährleisten. Gleichzeitig ist es wichtig, die Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das ist ein fortlaufender Prozess, da die Syndikate immer raffinierter werden. Daher ist ein agiles, proaktives Risikomanagement unerlässlich.

Importeure und Exporteure sollten mit Logistikpartnern zusammenarbeiten, die über hochentwickelte Sicherheitsprotokolle und -systeme verfügen. Diese kooperieren mit den örtlichen Behörden, um Ladungsdiebstähle zu verhindern. Enge Verbindungen zu Anti-Hijacking-Einheiten und der privaten Sicherheitsindustrie tragen ebenfalls zum Schutz der Werttransporte bei.

Wie sieht Risikomanagement in der Lieferkette aus?

Zu einem umfassenden Supply-Chain-Risikomanagement gehört, dass die Abholung der sensiblen Fracht durch eine proaktive Zollabfertigung am Eingangshafen nicht verzögert wird. Dedizierte Abholfahrzeuge und Mitarbeiter auf der Rollbahn stellen sicher, dass die Waren direkt nach der Landung abgeholt werden. Auch während des Transports sollten Logistikdienstleister modernen Sicherheitsprotokollen folgen.

Zu den Schlüsselfaktoren im Risikomanagement gehört die Sichtbarkeit der Ware rund um die Uhr, inklusive Fahrzeugortung und On-Board-Videoüberwachung, die von internem, hochqualifiziertem Sicherheitspersonal überwacht wird. Oftmals verlangt der Versicherungsvertrag gepanzerte und bewaffnete Eskorten, die bei Bedarf sofortige Unterstützung bieten. Die Geschwindigkeit des Transports und die minimale Anzahl an Zwischenstopps sind wesentliche Attribute von sicheren Lieferungen.

Schutz der Güter: Die Rolle des Fahrers

Um Fahrer und Fracht vor Bedrohungen zu schützen, sollten regelmäßige Sicherheitstrainings zur Ausbildung gehören. Dort lernen die Fahrer alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen kennen, z.B. jederzeit die Umgebung wachsam beobachten, Türen verriegeln und beim Anhalten Abstand zu vorderen Fahrzeugen halten. Die Fahrer werden auf Betrügereien aufmerksam gemacht, die von Syndikaten eingesetzt werden, z.B. gefälschte Straßensperren und vorgetäuschte Unfälle. Sie lernen, wie sie Übergriffe vermeiden können, indem sie bewachte Parkplätze mit Videoüberwachung und sichere Tankstellen wählen. Zudem erhalten die Fahrer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und ein physisches Training, um im Notfall reagieren zu können.

Fazit: Logistiker müssen Risikomanagement kontinuierlich entwickeln

Im derzeitigen Wirtschaftsklima ist zu erwarten, dass die Frachtkriminalität nicht nur bestehen bleibt, sondern weiter zunimmt. Syndikate und Ladungsdiebstahl werden auf unabsehbare Zeit Teil der Bedrohungen von High-Value-Gütertransporten sein. Logistikdienstleister müssen versuchen, immer einen Schritt voraus zu sein, indem sie kontinuierlich ihre Taktik weiterentwickeln und in technische Lösungen wie fortschrittliche Überwachungssoftware und Sicherheitsausrüstung wie gepanzerte Fahrzeuge investieren. Sie haben jedoch nicht die Kapazität, die Kriminalität allein zu bekämpfen. Die Logistik- und die Sicherheitsbranche müssen zusammenarbeiten und Informationen sowie Ressourcen teilen.

Rhenus South Africa verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit sensibler Fracht. Das Gelände und der Fuhrpark des Unternehmens werden rund um die Uhr von geschultem Personal überwacht. Die sichere Abwicklung von Fracht im Süden Afrikas stellt Rhenus mithilfe einer eigenen Luftfrachtniederlassung am internationalen Flughafen OR Tambo und einer kompletten Supply-Chain-Lösung für Abfertigung, Lagerung und inländische sowie internationale Distribution sicher.

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Welche Sicherheitsmaßnahmen zu einem umfassenden Risikomanagement dazugehören, ermitteln Sie anhand unserer Checkliste.

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